Unabhängige Versicherungsberatung: Zu Ihrem Nutzen
immoinrent Beratungsges. mbH
Home
Service für Sie
Über uns
So erreichen Sie uns
Kontakt-Formular
Zum book-shop
Was gibt's Neues?
Newsletter
Nützliche Links
Fragen und Antworten
Datenschutz
Impressum
Übersicht der Site

c) Das System der gesetzlichen Krankenkassen

Test GKV

Man (das sind unsere Politiker) hält uns für zu dumm, selbst bestimmen zu können, was wir für unsere Gesundheit ausgeben wollen. Deshalb nimmt man uns das Geld für die Gesundheit gleich weg, d.h. behält es gleich von unserem Lohn/Gehalt ein und gibt es einem gigantischen bürokratischen Monster, den Krankenkassen – die natürlich viel besser als wir selbst wissen, wofür wir unser Geld auszugeben haben – wohlgemerkt, es handelt sich um unser Geld! Ganze Heerscharen von Menschen, nämlich die Angestellten dieser Krankenkassen, haben den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als unser Geld zu verwalten und so darüber zu bestimmen, wie wir dieses (unser) Geld auszugeben haben. Denn sie können es ja ach so viel besser, als wir selbst es könnten. Und diese Heerscharen zweigen natürlich einen erklecklichen Teil unseres Geldes dafür ab, um sich selbst bezahlt zu machen: Nämlich die Verwaltungskosten. D.h. wir bezahlen diese Heerscharen auch noch dafür, dass sie uns bevormunden.

Übrigens halten unsere Politiker offenbar diejenigen, die etwas mehr verdienen als andere, (sprich deren Gehalt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt – derzeit (in 2011) 4.125,00 € monatlich) für nicht mehr ganz so dumm. Jedenfalls ist es denen erlaubt, etwas mehr Wahlmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen und sich selbst zu entscheiden, ob sie diesem System der gesetzlichen Krankenkassen angehören möchten oder sich vielleicht privat versichern möchten (oder sich womöglich gar nicht versichern möchten).

Damit es uns nicht zu sehr auffallen möge, dass es sich um unser Geld handelt, welches hier verschleudert wird, versucht man uns weiszumachen, die Hälfte dieser Kosten trüge unser Arbeitgeber. Was für ein Unsinn! Denn wer ist es denn, der dieses Geld erwirtschaftet? Das sind doch wir selbst! Unserem Arbeitgeber ist es völlig gleichgültig, ob er dieses Geld uns gibt oder es einer Krankenkasse gibt. Für ihn sind es in beiden Fällen Kosten, die er nur deshalb zu tragen bereit ist, weil es sich für ihn lohnt, weil wir dieses Geld (und noch etwas mehr – nämlich seinen Gewinn) für ihn erwirtschaften.

Ganz nebenbei findet auch noch eine Umverteilung des Geldes in ganz großem Stil statt. Denn jeder einzelne von uns zahlt in diesen allgemeinen Topf ja nicht etwa das ein, was er vermutlich auch für seine Gesundheit ausgeben würde, sondern zahlt ganz nach seiner Leistungsfähigkeit einen bestimmten Teil seines Einkommens ein. Und jeder einzelne wiederum erhält an Leistungen aus diesem Topf nicht etwa das, was er eingezahlt hat, sondern das, was er (nach Definition der Heerscharen) benötigt. Außerdem werden im Rahmen der Familienhilfe aus diesem Gesamttopf ebenso Leistungen für die vielköpfige Familie des einen Beitragszahlers finanziert wie für den anderen alleinstehenden Beitragszahler die Leistungen für nur diesen selbst, obwohl beide denselben Beitrag zahlen.

Man mag das für sozial und gerecht halten. Man mag aber auch der Meinung sein, dass der Umverteilung bereits genug geschehen wäre – nämlich dadurch, dass derjenige, der mehr verdient, auch bereits mehr an Steuern bezahlt hat. Ich will das hier gar nicht bewerten. Sie sollten sich hier Ihre eigene Meinung bilden.

Fakt ist aber: Es handelt sich bei diesem System der gesetzlichen Krankenkassen um ein sozialistisches System. (Auch das soll keine Bewertung sondern nur eine Beschreibung sein). Und wie es solchen Systemen innewohnt, ist nirgendwo auch nur der kleinste Anreiz für irgend jemanden zu erkennen, möglichst wirtschaftlich zu handeln oder möglichst gute Leistungen zu erbringen. Alle Anbieter von Gesundheitsleistungen – Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker, Pharmaindustrie – sind nur daran interessiert, einen möglichst großen Anteil von dem Kuchen zu erhaschen. Das ist nur zu menschlich, denn immerhin handelt es sich bei diesem Kuchen um nahezu 15% des gesamten Volkseinkommens. Die Anbieter kämpfen letztlich dafür, den Kuchen zu vergrößern – sprich die Kosten zu erhöhen. Das ist ihnen auch in den letzten Jahrzehnten recht gut gelungen. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung sind in den letzten 40 Jahren um fast. 40% schneller gestiegen als das Bruttosozialprodukt – sprich: Der Anteil der Gesundheitskosten wird immer größer.
 
Dem haben die Krankenkassen nicht wirklich etwas entgegen zu setzen – selbst wenn sie es denn wollten. In typischer planwirtschaftlicher Manier versuchen die Krankenkassen zwar, den Anstieg zu begrenzen, indem den Ärzten Budgets für die Arzneimittelausgaben verordnet werden. Über diese Budgets beklagen sich die Ärzte sich übrigens zu recht, denn zum einen verlieren sie so die Freiheit, wirklich vernünftige Maßnahmen umzusetzen, zum anderen aber werden diese Budgets nicht etwa im Voraus festgelegt, sondern erst im Nachhinein, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Daneben sind diese Maßnahmen aber auch recht ungeeignet, da sie den Anstieg der Kosten nicht wirklich bremsen können, sondern nur der Medizin insgesamt eine Art von „Mittelmaß“ verordnen.

Aber letztlich haben die Krankenkassen ja auch kein wirkliches Interesse daran, den Anstieg der Kosten zu bremsen. Denn je größer die Kosten sind, um so mehr gibt es zu verwalten und zu verteilen, und um so wichtiger wird die Rolle der „Heerscharen“, die eben diese Verwaltung und Verteilung vornehmen. Und haben Sie schon mal eine Bürokratie erlebt, die nicht darauf aus gewesen wäre, Ihre eigene Wichtigkeit zu vergrößern? Schließlich ist es ja nicht das Geld der Krankenkassen, das hier ausgegeben wird, sondern unser Geld. Und die Krankenkassen brauchen ja lediglich die Beiträge zu erhöhen, wenn sie mit unserem Geld nicht auskommen, weil sie nicht vernünftig gewirtschaftet haben. Sie sind also fein raus und haben nicht wirklich ein Problem mit ihrer Misswirtschaft. Das Problem haben wir. Denn wir können nicht mal eben unser Gehalt erhöhen, wenn wir mit unserem Geld nicht auskommen.

Letztlich ist sogar das Interesse an der Begrenzung der Kosten in jedem Einzelfall eines jeden einzelnen von uns, die wir als Verbraucher dieses System in Anspruch nehmen, sehr begrenzt bzw. kaum vorhanden. Wenn wir als Verbraucher uns insgesamt alle sehr kosten- und gesundheitsbewusst verhielten, so würden zwar die Kosten sinken. Da aber der einzelne von uns kaum einen Einfluss darauf hat, wie sich sein Nachbar bzw. das Kollektiv der Verbraucher insgesamt verhält, so kann er als einzelner hier kaum etwas bewirken.

Das System ist sogar so undurchschaubar, dass Sie noch nicht mal eine Rückmeldung darüber erhalten, was denn eigentlich Ihre Inanspruchnahme des Systems im Einzelfall gekostet hat, sprich, was Ihr Arzt für Ihre zurückliegende Behandlung eigentlich abgerechnet hat. D.h. der einzige, der wirklich weiß, was an Behandlungsmaßnahmen tatsächlich vorgenommen wurde, bekommt die dafür erteilte Abrechnung noch nicht einmal zu Gesicht! Der entsprechende Sachbearbeiter der Krankenkasse könnte zwar diese Abrechnung sehen (tatsächlich schaut er sie sich gar nicht an – die Abrechnung erfolgt mehr oder weniger pauschal über die zwischengeschalteten kassenärztlichen Vereinigungen), hat aber daran gar kein Interesse, weil er sie zum einen sowieso nicht prüfen kann – denn er weiß ja im Gegensatz zu Ihnen nicht, was tatsächlich behandelt wurde – zum anderen es ihm aber viel zu viel Arbeit machen würde, und eh nichts bringen würde.

Als ein drastisches Beispiel möchte ich Ihnen eine Begebenheit schildern, wie sie sich vor vielen Jahren bei mir zugetragen hat. Ich war damals zwar privat versichert, aber das Beispiel trägt trotzdem. Ich hatte eine Rechnung eines Arztes erhalten, diese geprüft und darin eine Unrichtigkeit (in jenem Fall vermutlich ein Versehen des Arztes) festgestellt. Ich habe dann den Sachbearbeiter meiner Versicherung angerufen, da ich diesen um Rat bitten wollte, wie ich mich am besten verhielte. Es zeigte sich jedoch, dass er zunächst gar nicht verstand, worin denn die Unrichtigkeit eigentlich bestünde und es ziemlich lange dauerte, ihm dies zu erläutern. Nachdem er es schließlich verstanden hatte, meinte er jedoch ganz gegen meine Erwartung, ich möge ihm die Rechnung doch trotzdem einreichen, er werde sie gleichwohl in voller Höhe bezahlen. So viel zum Kostenbewusstsein unserer Versicherungen. 

Das bedeutet letztlich, dass keinerlei Kontrolle hinsichtlich der Richtigkeit der Abrechnungen stattfindet. Nun will ich keineswegs die Ärzteschaft unter den Generalverdacht stellen, ihre Abrechnungen zu fälschen. Und sicherlich wird die weitaus überwiegende Anzahl der Abrechnungen auch korrekt sein. Aber wie schon Lenin sagte: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Und wer wollte wohl so blauäugig sein, anzunehmen, dass ohne Ausnahme sämtliche ca. 250.000 Ärzte in Deutschland gegen die Versuchung gefeit seien? Ärzte sind schließlich auch nur Menschen wie wir. Ob es von daher nicht vielleicht zumindest angezeigt wäre, jeder von uns bekäme die eigene Abrechnung zunächst einmal zur Prüfung und Abzeichnung vorgelegt, bevor diese bezahlt würde? Denn wer sollte denn die Abrechnung wohl sinnvoller prüfen können als wir selbst?

Die derzeit anstehende „Gesundheitsreform“ geht insoweit in die völlig falsche Richtung, als hier mit dem „Gesundheitsfond“ und deren Verwaltung noch ein weiteres bürokratisches Monster geschaffen werden soll, welches eben diesen Fonds zu verwalten hätte. Daraus spricht letztlich nicht die Erkenntnis der Unbrauchbarkeit des Systems, sondern ein Misstrauen gegenüber den Krankenkassen. Man möchte die eine Bürokratie mit der anderen bekämpfen, also lediglich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
 
Wenn man sich die Absurdität des Systems insgesamt einmal deutlich vor Augen führen möchte, so braucht man sich nur vorzustellen, etwas ähnliches gäbe es auf dem Sektor der Instandsetzung und Instandhaltung unserer Autos. Es gäbe eine Kasse, in die jeder je nach seiner Leistungsfähigkeit 15% seines Gehalts einzuzahlen hätte. Wenn dann eine Autoreparatur/Inspektion anstünde, so ginge man lediglich zur Werkstatt und erteilte den Auftrag. Die Werkstatt rechnete dann die Leistungen mit der Kasse ab, wir würden die Rechnungen gar nicht mehr zu Gesicht bekommen, bräuchten sie auch nicht zu bezahlen, das täte die Kasse (welche die Rechnungen aber auch nicht prüfte, da sie ja gar nicht wüsste, was an unserem Auto eigentlich wirklich gemacht worden war). Ob das nicht zu einer Explosion der Werkstattkosten für unsere Autos führen würde und die Beiträge für die Kasse dann nicht alsbald erhöht werden müssten?

Weiter -> die private Krankenversicherung ... das Geschäft mit der Krankheit


Versicherungsvergleich machen E-book bestellen
Newsletter abonnieren Nachricht an uns
zum nächsten Kapitel Zum Inhaltsverzeichnis

 

Werbung

 

 

immoinrent Beratungsges. mbH | mail@versicherungen-bewerten.de