Unabhängige Versicherungsberatung: Zu Ihrem Nutzen
immoinrent Beratungsges. mbH
Home
Service für Sie
Über uns
So erreichen Sie uns
Kontakt-Formular
Zum book-shop
Was gibt's Neues?
Newsletter
Nützliche Links
Fragen und Antworten
Datenschutz
Impressum
Übersicht der Site

h) Rechtsschutzversicherung

Zu dieser Versicherung habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis. Schon allein der Name gefällt mir nicht: Müssen wir uns gegen das Recht schützen? Sollte nicht vielmehr das Recht uns schützen?

Nun heißt es ja, Recht haben und Recht bekommen sei zweierlei:

Diese Versicherung soll uns also vor der Beschädigung unseres eigen Vermögens schützen, welche dadurch eintreten könnte, dass wir die Kosten eines (Zivil)-prozesses zu tragen haben (auf den wir uns nur deshalb eingelassen haben, weil glaubten, wir wären im Recht und die Kosten wären darum von der Gegenseite zu tragen). Anderenfalls hätten wir diese Kosten ja leicht vermeiden können, indem wir einfach den Anspruch der Gegenseite anerkannt hätten (bzw. unseren vermeintlichen Anspruch nicht geltend gemacht hätten). Es handelt sich also um einen Schaden, welcher lediglich durch einen Irrtum (unseren eigenen Irrtum und/oder den unseres Rechtsanwalts) überhaupt erst entstanden ist. Hätten wir diesen Irrtum bei etwas mehr Selbstkritik nicht vielleicht vermeiden können?

Daneben werden Sie bei genauerem Studium der Versicherungsbedingungen feststellen, dass sämtliche größeren Risiken sowieso nicht von der Versicherung übernommen werden. Dort, wo größere Streitwerte aufzutreten pflegen und dementsprechend das Kostenrisiko besonders hoch ist, als da wären Streitigkeiten aus dem Familienrecht (Ehescheidung, Erbauseinandersetzungen), Baurecht sowie Streitigkeiten aus Grundstückskäufen, dort lässt uns die Versicherung im Regen stehen. Das widerspricht doch aber genau dem Versicherungsprinzip: Eine Versicherung sollte gerade da eintreten, wo unser Risiko besonders hoch ist. Die kleineren (alltäglichen) Risiken können wir schon noch selbst tragen.

Bei den alltäglichen kleinen Risiken werden Sie auch feststellen, dass das Kostenrisiko gar nicht so übermäßig hoch ist. Schauen Sie einmal in das Gerichtskostengesetz und das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und überlegen Sie sich, ob Sie diese Kosten nicht notfalls auch selbst tragen könnten (die Versicherungen stellen dies natürlich etwas anders dar). Auch sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht notfalls einmal bereit sein sollten, einfach um des lieben Friedens willen auf ein vermeintliches Recht zu verzichten und es so gar nicht erst zum Streit kommen zu lassen. Gehen Sie einfach mal davon aus, dass der andere Ihnen nicht grundsätzlich etwas Böses will, sondern sich vielleicht nur geirrt hat – vielleicht haben aber auch Sie sich geirrt?

Denken Sie auch daran, dass Sie durchaus die Möglichkeit haben, jedenfalls in der ersten Instanz bei den Amtsgerichten, also bei den nicht übermäßig hohen Streitwerten (derzeit bis 5.000 €), auf einen Rechtsanwalt gänzlich zu verzichten und Ihre Sache beim Gericht selbst zu vertreten. Das spart schon mal den größten Teil der Kosten und schadet im Zweifel nicht, wenn Sie gewillt sind, sich mit der Sache selbst etwas zu befassen.

Für die höheren Instanzen besteht leider der Anwaltszwang (nach meiner Meinung ein überkommenes Relikt aus dem mittelalterlichen Ständestaat und ein Privileg, welches sich die Anwaltschaft hartnäckig hinübergerettet hat, und welches nach meiner Auffassung zudem grundgesetzwidrig ist – daran werden jedoch weder Sie noch ich etwas ändern können.)

Insgesamt gesehen aber denke ich, dass ich Ihnen dazu raten sollte, auf diese Versicherung zu verzichten. Es würde auch unsere Gerichte entlasten, weil dann vielleicht etwas weniger prozessiert würde.

Weiter ->  Was ist, wenn wir eine Reise nicht antreten können?


Versicherungsvergleich machen E-book bestellen
Newsletter abonnieren Nachricht an uns
zum nächsten Kapitel Zum Inhaltsverzeichnis

 

Werbung

 

immoinrent Beratungsges. mbH | mail@versicherungen-bewerten.de